Teneriffa-Blog

27.11.2013

Abreisetag, Flieger um 6 Uhr ab Hannover, eine kurze Nacht. Geplante Flugzeit: 5 Std., tatsächlich nur 4 1/2. Der Rückenwind mit 200 km/h beschleunigt die Maschine auf über 1000 km/h, Belgien, Frankreich, Portugal fliegen vorbei. Mittlerweilen ist die Sonne am Horizont,

 und dann der Teide in Sicht, 3700 m hoch, sozusagen auf gleicher Augenhöhe.

Und dahinter, Teneriffa-Sud, der  internationale Flughafen. Vor lauter Begeisterung nehmen wir ein fremdes Gepäckstück statt des unseren, sehr ähnlich, aber doch nur ähnlich, mit in den Bus. Aber die Spanier kennen die aufgeregten Touri´s und der Umtausch gelingt.

Las Aguilas

schon von weitem zu erkennen. Liegt auf einem Berg und ist zum verlieben, unser Hotel für 4 Wochen, sowohl innen als auch das Gelände und der Blick ins Gebirge und ins Meer, beides. Die Küche lässt es so richtig krachen, und wir, gerade aus Diätwochen kommend, können den Überfluss gar nicht fassen, geschweige denn essen. Die schon länger hier weilenden Gäste sehen auch entsprechend aus, schlank und sportlich ist die Ausnahme, jung auch. Deutschland, deine Rentner, wo sind sie im Winter. Wir wissen es jetzt. Aber wir werden heute nicht mehr alt. Zumal ja schon wieder eine Zeitumstellung uns den Rhythmus versaut: 1 Stunde zurück sind sie, die Kanaren, und jetzt um 1/2 9 Uhr wäre es zu Hause schon 1/2 10 Uhr.- für uns fühlt es sich wesentlich später an.  Und deshalb ist jetzt auch Schluss mit lustig. Aber ein Blick aus dem Fenster muss noch sein:

 

29.11.2013

Gestern mit dem Hotel-Shuttle downtown gefahren und Puerto Cruz erkundet. Bei leichtem Regen anfangs, dann Sonne. Sehr touristisch,  trotzdem schön - hübsche Gassen mit netten Bars und noch netteren Preisen. Die Altstadt zum Meer hin wie eine Festung. Die alten Kanonen, die Nelson 1797 unter Zurücklassung eines Armes zur Abreise zwangen, als er die Insel für England erobern wollte,  waren noch aufgestellt - für den Fall, dass die Briten es erneut versuchen wollten. Der Atlantik rauh, wie es sich gehört, auf halbem Wege nach Amerika. An baden haben wir noch nicht gedacht - wir hatten zwar keinen Jet-lag, aber einen Klimal-lag, der auch durchzustehen war.

Heute dann die erste Tour mit dem gemieteten Wagen, einem  VW-Polo. So bin ich doch noch mal zu einem recht heimischen Vergnügen gekommen, auch wenn dieser nur 1,4 l Hubraum hat. Ich glaube, so was kriegt man gar nicht in Old Germany. La Orotava, nur ein paar Km vom Hotel entfernt, vom Baedeker mit 2 Sternen ausgezeichnet wegen seiner schönen Altstadt und wegen der allerschönsten Holzbalkone. Haben sie auch bewundert, in einem Museum, die Balkone im Innenhof der Häuser, die so genannt werden: Casas de los Balcones. 

 

 Und den Balkon von Orotava auf dem  Plaza den Constitution, so genannt wegen des beeindruckenden Ausblicks auf den Atlantik über die roten Dächer der Stadt hinweg

Trafen dort ein Dresdner Ehepaar und plauderten eine ganze Weile. Das wollen wir am Sonntag fortsetzen in Puerto de la Cruz .Auf dem Heimweg kamen wir noch an einer Schule vorbei. Die Kinder kamen gerade mit ihren Eltern vorbei und zogen lange Schnüre mit Dosen daran. Wir dachten erst an eine Hochzeit, doch es war eine Geisterbeschwörung, wie man uns erzählte. Ein alter Brauch. Die sollten verschwinden, die Geister zu mindestens die bösen und ihnen,  muss ich zu Hause auch mal probieren.

30.11.2013

Heute wieder runter geshuttelt nach Puerto. Ziel war der Playa Jardin, der größte lokale Strand. Der schwarze Sand  noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Atlantik war phantastisch - und nicht ganz ungefährlich: Starke Strömungen, besonders wenn der Ebbstrom regiert, und eine erhebliche Brandung. Das wurde vor kurzem einem deutschen Reisenden, frisch angekommen, zum Verhängnis. Meldete das kanarische Wochenblatt. Direkt am Rand von Puerto de la Cruz, an einem offiziellen Strand.

1.12.2013

Zu Fuß nach Puerto. Gleich nach dem Frühstück, d.h. so gegen 10.00 Uhr. Unsere Verabredung mit dem Dresdner Ehepaar war auf 11.30 Uhr terminiert. Doch Puerto ist größer als wir dachten. Und so kamen wir dann mit Hilfe von Google Map etwas zu spät. Erst Kaffetrinken im Café Paris, dem teuersten am Orte, wie sich herausstellte, aber schon sehr chique. Dann rüber zum Playa Jardin, Gambas essen und den schönen Strand geniessen, von Cesar Menrique, dem Künstler von Lanzarote gestaltet, und dann wieder zurück.  Sehr viel vom DDR-Leben erfahren, er ist über 80, und ein wenig Freundschaft geschlossen. Einladung nach Pillnitz eingeschlossen,  in die Ferien-Datsche. Zurück mit dem Shuttle, und schon wieder ein Tag rum.

2.12.2013

Nicola´s Geburtstag. 45.  Es geht ihr gut. Die Familie richtet sich ihr Haus ein. Eine wichtige Zeit. Und hier regnet es. Erst ein wenig, dann so richtig. Da macht das Baden doppelt Spaß. Wasser von oben und unten. Die Temperaturen sind entscheidend. Und hier sind es gute 20 Grad. Luft und Wasser.  Außerdem: Die Fußwege rauf und runter erkundet. Hat sich gelohnt. Erstaunlich: Ein richtiger Wasserfall mitten in Puerto. Da duscht man doch wesentlich entspannter. Abends conejo. Wird schon fast zur Gewohnheit.

3.12.2013

Der Polo musste mal bewegt werden - also sind wir nach Garachico gefahren, 25 km westlich von Puerto. Die Lavaküste deutet schon darauf hin: der Ort wurde 1706 fast komplett verschüttet vom Vulkan de Negro, man hat jetzt ein pfiffiges Naturschwimmbad errichtet, das Meer wurde kanalisiert und mit Leitern versehen, so entstanden herrliche Badebecken mit Fischen und leuchtend roten Krabben darin, die zudem vor der Brandung schützen. Nach dem Baden wurde die Altstadt besichtigt, ein historisches Baudenkmal, insbesondere der Platz der Freiheit, der Plaza de Libertad.

Und  dann nach Masca, vielgerühmtes Bergdorf, über zahlreiche Serpentinen zu erreichen, mit einem wunderbaren Blick ins Tal und auf den Atlantik. Eigentlich wegen der Barranca, der Schlucht, die zu bewandern ist und bis ans Meer führt, bekannt. Hin und zurück soll es 5 Stunden dauern. Das haben wir uns dann gespart. Und auf dem Rückweg über Santiago del Teide einen wunderbaren Blick auf selbigen gehabt.

4.12.2013

Schönes Wetter, heißt Badewetter. Zu Fuß nach Puerto, wir kennen jetzt den Weg durch den schönen Taoro-Park, erst zu einem Vortrag einer österreichischen Heilpraktikerin, die mit Hilfe verschiedener Heilkunden auf Teneriffa erzeugte heilkräftige Öle vorstellte. Dann an den Strand, diesmal an den Stadtstrand, den Playa de San Telmo, der Zugang in geschütztes Wasser über einen schmalen, felsigen Steg anbot. Super! . Direkt vor der Promenade. Das auflaufende Wasser schüttete dann zunehmend Brecher über den Steg. Das konnten wir nicht tolerieren. Auf zum Lunch, Tapas und Bier, und mit vollem Bauch den Weg zurück, hinauf nach Las Aguilas, unserem Adler-Horst.

5.12.2013

Heute überwiegend im Hotel. Habe einen Tennispartner gefunden, danach ein schönes Bier getrunken. Außerdem warten  noch einige Bücher darauf, gelesen zu werden.  Während in Deutschland der Sturm tobt. Aber auch hier soll es zum Wochenende schlechter werden. Mal sehn.

6.12.2013

Nikolaustag. Blauer Himmel, Teide-Tag. Schweres Gepäck, Pullover, Vlies, Bergschuhe, alles muss mit. Und dann zur Talstation in über 2000 m Höhe auf guter Straße. Oben eine Menge Leute, die dieselbe Idee hatten. Die Bergbahn bringt mich bis auf 3555 m Höhe, der Teide hat 3718m, war aber wegen Schnee und Eis nicht begehbar. Wäre mir wohl auch schwer gefallen, denn Belastung in der Höhe ohne vorheriges Training geht auf die Pumpe. Auch ohne war es spürbar, die Höhe hatte ich bisher noch nicht erlebt in diesem Leben. Aber die Aussicht ins Kraterfeld von ungeheuren Ausmaßen war schon gewaltig.

 

Auf dem Rückweg ein nettes  Restaurante gefunden:gefunden, tres pinos, sehr gut besucht,  keine Touristenpreise, Wein aus dem Garten und Tapas dazu - was will man mehr. So hatten wir zum Abend keinen Grund, uns noch weiter anzustrengen. Ein ausgefüllter Tag.

7.12.2013

Immer noch schönes Wetter, entgegen den Prognosen. Also wieder eine Tour, diesmal zur Baedeker-Empfehlung: Mercado von San Juan. Knappe 30 km, auf der Autobahn gut zu fahren. Der Markt findet nur Samstags und Sonntags statt, ist aber ein reiner Lebensmittelmarkt. Prachtvolle landwirtschaftliche Erzeugnisse, die Lust machen auf Selber-Kochen statt des ewigen Buffets im Hotel, so gut es auch gemacht wird. Hier ein Einblick in die Markthallen:

Aber natürlich kein Tages füllendes Programm. Deshalb Weiterfahrt in den Nordosten nach Bajamar. Angeblich sehr von Deutschen besucht, was wir auch bestätigt fanden. Aber schöne Meerwasser-Schwimmbecken, geschützt vor der starken Brandung des Atlantiks und so richtig zum Schwimmen geeignet. Da auch die Sonne ihren Teil dazu beitrug, verbrachten wir einige Stunden dort. Danach zurück ins Hotel, noch mal nach Puerto spaziert und mit dem Shuttle wieder zurück. So allmählich können wir auf der Klaviatur für Pauschal-Urlauber spielen und das Ganze auch noch genießen.

8.12.2013

Heute hat unser anderes Kind Geburtstag, aber wenn wir hier Tag haben, ist dort bereits Nacht - zum nächsten Tag. Deshalb ist es gar nicht so einfach, Kontakt aufzunehmen, am Morgen, um ihm dort abends zu gratulieren. Aber irgendwie klappt es doch, von Mobile zu Mobile, Wunder der Technik. Natürlich scheint auch heute wieder die Sonne, und ein Tennistermin steht auch noch an. Deshalb erst mittags runter in die Stadt. Wir finden ein wunderbares Café am Taoro-Park mit Blick auf die Unterstadt und das Meer.

Danach ein Gang nach West in den Stadtteil La Paz, wir suchen das Hotel Teidemar und finden es schließlich, ebenfalls in der oberen Etage der Stadt, Domizil vom alten Fritz. Vor 30 Jahren.

10.12.2013

Gestern morgen hing beim Frühstück folgende Info an der Terrassentür: "Wir empfehlen allen Gästen, das Haus heute nicht zu verlassen."Na, das war ja eine schöne Überraschung. Hintergrund: Ein Sturm wird erwartet, im Süden der Insel hatte er schon getobt, nun sollte er über den Berg zu uns kommen. Als er am Nachmittag immer noch nicht kam, gingen wir einfach wieder zu Fuß nach Puerto, baden,  usw.,  auch abends Fehlanzeige. Heute morgen dann wieder Sturmwarnung, kein Frühstück auf der Terrasse. Wir nahmen die Angelegenheit auf die leichte Schulter.  Und setzten uns ins Auto und fuhren nach Icod de los Vinos. Berühmt wegen seines tausendjährigen Drachenbaumes. Und wegen seines Weines, dachte ich, bei dem Ortsnamen. Doch kaum hatten wir den Platz mit dem Baum - beinahe - gefunden,

wurden wir von Ordnungskräften  nach Hause geschickt. Alles wurde abgesperrt, was Touristen gefährlich werden könnte. "Es wird Zeit", meinten sie, der Sturm wäre im Anmarsch. Und tatsächlich, kaum wieder im Hotel, begann es zu wehen, dann zu stürmen, selbst im Haus fegte Winde durch die Flure, und wir flüchteten in den Speisesaal, um - ausnahmsweise - den Mittagstisch zu leeren. Und ein Gläschen Wein zu trinken, im Hotel, statt in Icod.

11.12.2013

Ein Freudentag für Teneriffa. Nach dem Sturm kommt der Regen, und zwar heftig. Und Blitz und Donner dazu. Wenn man weiß, wie groß die Wasserknappheit hier ist, verursacht durch den expansiven Tourismus und durch die umfangreichen Bananenkulturen, dann muss das Wetter begrüßt werden. Auch jetzt noch um 20.30 Uhr hören wir noch den Donner und das Regenrauschen. Unsere Schirme haben auf dem Weg nach Puerto viel zu tun gehabt, immerhin, die Prognose ist wieder freundlich.

12.12.2013

Wie Prognosen so sind: häufig nicht zutreffend. Zumindest nicht am Vormittag. Es ist richtig kühl geworden, der Regen beschert uns weiterhin Freudenfeste - Wasserfeste, für die nächste Trockenzeit. B. liegt mit MagenundDarm auf dem Sofa, also auch keine lukullischen Freuden mehr für sie, sondern Trockenbrot und Bananen. Dann muss ich halt alleine schlemmen. Und was noch? In Puerto sitzen alle Touri´s in den Cafés und warten auf den Abend, gebadet wird wenig, viele nehmen die zahlreich angebotenen Ausflugsfahrten, die nicht teuer sind, in Anspruch. Auch die Busverbindungen sind exzellent und nicht teuer eigentlich ist unser Mietauto nicht notwendig gewesen, zumal man dann immer auch navigieren muss durch das Einbahnstraßen- und Kreisverkehrs-Gewirr. Ohne den Smartphone-Navi kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen. Aber was macht man hier im Hotel zwischen den Mahlzeiten? Die All-Inclusive-Leute, die man an einem blauen Plastik-Bändchen am Handgelenk erkennt, haben reichlich zu tun, um ihre Ansprüche einzulösen; d.h., nie all zu weit von der Futterkrippe entfernen, vor allem, wenn das Bier alle ist. Und morgen gibt es immer ein Glas Sekt. Insofern ist es am Pool ganz praktisch, aber bei derzeit vielleicht 15 Grad C auch nicht der große Hit. Im Haus kann man  Billard spielen. Ansonsten Fehlanzeige. Unser Animateur hat reichlich mit den lieben Kleinen zu tun, manchmal macht er Sportangebote, abends sind meistens musikalische Darbietungen , teilweise richtig gut. Tja, und wenn ich meinen Computer nicht hätte, um dies alles aufzuschreiben, wäre mir auch langweiliger. Mal sehn, was der Tag noch so bringt.

Bin dann doch noch nach Puerto gefahren und habe einen Supermarkt erkundet. Fette Beute: Nougatkügelchen und eine Flasche Veterano, der bekannte spanischen Brandy. Und habe mir das Treiben am Playa de Martianez angesehen. Hier gibt es eine Surfschule, und einige haben sich auch rausgetraut, trotz oder wegen des starken Windes und der Brandung.

 

13.12.2013

Welch ein begnadetes Stück Erde: Kaum sind die Regenspeicher voll, verschwinden die Wolken und alles taucht frisch gebadet wieder in neuem Glanz empor. Wegen B´s Magenverstimmung  wagen wir nur einen kleinen Ausflug, natürlich an den Ort des letzten Geschehens, nach Icod, zum Drachenbaum. Und diesmal erwischen wir ihn. Keine Absperrung in Icod, zwar ein heilloses Autodurcheinander, was eine ähnliche Wirkung hat, aber die schon bekannte Tiefgarage lag günstig am Rand der Innenstadt und wir konnten lässig an den Autos vorbei zu El Drago schreiten. Es es hat sich gelohnt:

Es sah aus wie vor dem Sündenfall, wenn man sich die zahlreichen Bodegas, Weinverkostungen usw. einmal wegdachte, und der 1000jährige "El Drago" - wahrscheinlich etwa 400 Jahre alt - strahlte in seiner ganzen Schönheit, nur noch übertroffen vom in der Sonne gleißenden, frisch eingeschneiten Teide.

 

14.12.2013

Geplant war ein Besuch von La Laguna, der alten Hauptstadt der Insel. Aber es war kein Reinkommen in das Gewimmel von Autos und Einbahnstraßen und Ampeln und Kreisverkehren,  dass wir den Plan aufgaben und der Sonne entgegen auf die Südseite der Insel fuhren. 2. Frühstück  am Puerto de Abona, dann weiter nach Los Christianos, dem Hafen nach Gomera. Parkplatz in bester Lage, nicht zu bezahlen, es war richtig was los, eine Fähre lag fahrbereit im Hafen, daneben Strandleben bei schönstem Wetter auf hellem Sand, eher selten hier.

Eine Pizza für zwei, danach ein Bad. Und zurück nach Puerto über die Berge - ein Mal die Insel umrundet,  ein runder Tag.

15.12.2013

3. Adventssonntag, im Hotel wird es immer weihnachtlicher. Aber draußen ist es eher sommerlich. Ein wunderbarer Sonnentag, kein Tag zum Auto fahren. Also wieder runter in die Stadt, auf den Markt, an den Strand, überall ist was los. Musikanten beleben die Szene, ein Surfwettbewerb lockt viele Zuschauer an, uns auch. Die Wellen schlagen hoch, wo immer man sich befindet.

Es ist einer jener Tage, an denen man einfach draußen sein muss.  Also entschließen wir uns, noch zum Botanischen Garten zu laufen. Laufen ist etwas untertrieben, der Garten ist mindestens 2 Etagen höher, also Treppen steigen und erneuter Besuch des Stadtteils La Paz. Hier liegt der Garten, und der Besuch lohnt sich. Außer den wenigen kanarischen Originalen findet man hier viele Pflanzen aus Übersee, auch sehr alte und gewaltige, wie diesen hier:

16.12.201

Nur 5 km entfernt, aber gar nicht so einfach zu erfahren wegen der raumgreifenden Autobahn, erhebt sich Los Realijos über unser Hotel. Kurz entschlossen nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, vor allem wegen der Iglesia, der ältesten der Insel, ausgestattet mit einer großen Menge von wertvollen, goldenen und silbernen Leuchtern, Bechern, Gemälden, Prozessionsgegenständen usw.. Deshalb ist sie, die Kirche, wohl auch abgeschlossen, und Henrique, der Herr über die Kirchenschlüssel war zunächst nicht zu finden. Also schauten wir uns zunächst ein wenig um.

Sehr hübsch der Blick auf die Bajo, der Unterstadt, mit einer Unzahl von schmalen Einbahnstraßen, offenbar auch strategisch gut gelegen, den Realejos sind kleine Feldlager, die dem Ort seinen Namen gab. Von hier aus wurden die Ureinwohner der Insel, die Guanchen, im Jahr 1496 vom Eroberer Alonso Fernandez de Lugo zur letzten Schlacht gefordert, die sie dann verloren.

Aber dann tauchte Henrique doch noch auf, und machte eine Privatführung durch die Kirche mit all ihren Schätzen.

 

Auf spanisch, insofern war der Lernerfolg nicht besonders groß, außer, dass wir in der großen Kirche, trotzdem auf kleinem Raum, eine geballte Ladung von heiligen Dingen vorgestellt bekamen, beginnend mit Fotografien einer großen Menge von Päbsten (Papas´s - genau so wie die vorzüglichen gesalzenen und mit Schale zu verzehrenden kleinen Kartoffeln der Insel) Zum Beispiel dieses eindrucksvolle Bildnis.

 

 Die Gastronomiepreise hier oben sind dann noch eine Erwähnung wert: Dos cervesa pequenas wurden mit 80 c abgerechnet, wahrscheinlich die echten Preise außerhalb der Touristenzentren für spanische Bürger.

17.12.2013

Gleich nach dem Frühstück zum Playa Jardin, dem größten Badestrand von Puerto. Aber baden war heute nur begrenzt möglich, bei auflaufendem Wasser lief ein Brecher nach dem anderen auf den schwarzen Strand, und wer sich reinwagte, wurde schnell wieder zurückgeworfen auf den schwarzen Sand.  Und das im Angesicht des Teide, ein optisches und akustisches Vergnügen.

18.12.2013

Das Auto an sich ist ein praktisches Gerät, um von A nach B zu kommen. Aber wenn B keinen Platz für dein Auto hat, sieht die Sache schon anders aus. Heute 2. Versuch, um nach La Laguna zu kommen. Haben die zentrale Durchgangsstraße ausgewählt, die Avenida Trinidad, um ins Zentrum zu kommen. Aber ein Durchkommen war nicht möglich, eher ein Durchgehen (daher wohl der Name Durchgangsstrasse). Alle 20 m kreuzte ein Zebrastreifen den Weg, und wenn den Kanaren etwas heilig ist, dann sind es Fußgänger. Besonders, wenn sie auf den besagten Zebrastreifen sind. Selbst wenn dort ein Barbecue stattfinden würde, oder eine Paella zubereitet wird, es würde keinen Autofahrer aufregen. Recht haben sie, dachte ich, dann muss eben Plan B zum Einsatz kommen: Weiterreise ins Anugagebirge. Aber dann zeigte sich doch noch eine hilfreiche Tiefgarage an der Calle Christobaldo, und  wir parkten ein. Aber nur, um das nächste Geschäft anzusteuern, praktische City-Rucksäcke zu erwerben, noch schnell einen Café con leche zu schlürfen, und das Anuga-Gebirge  direkt anzusteuern.

Der Ausblick von den Miradores unterwegs war die Tour wert, z.B. vom Mirador Cruz del Carmen

Hier kann man bei gutem Wetter bis zum Teide blicken. Und wir konnten.  Auf der TF12 dann weiter bis nach San Andrés, und von dort zum Playa de las Teresitas (kleine Teresa), vom Baedeker hochgelobt, weil sauber und gepflegt. Und weil hier weißer Sand - aus der Sahara geholt und aufgeschüttet - und Palmenpracht einen ungewohnten Eindruck hinterlassen. Und das am Fuße des Anaga-Gebirges.

 Irgendwie wurden wir nicht so richtig warm mit dem Playa.  Vielleicht lag es an der kalten Cerveca an der Strandbar. Deshalb blieb der Teresitas auch unbebadet, stattdessen Weiterfahrt nach Santa Cruz, dort Kaffee getrunken und den Hafen genossen. Zwei Kreuzfahrtschiffe verließen gerade die Szene, um 16.00 Uhr, wahrscheinlich waren die Reisenden nur ein paar Stunden in Santa Cruz gewesen und mussten ihren 5o´clock-tea einnehmen. Wie immer auch, wir strebten auch zu den Adlern, und auch für uns war der Tisch ab 18.30 Uhr gedeckt.

19.12.2013

In Puerto gibt es immer wieder Neues und Schönes zu entdecken. So sind wir heute mit einem Hamburger Ehepaar unseren Trampelpfad runter in die Stadt durch den Taoropark gelaufen, und direkt hinter dem Park haben wir eine Gartenanlage gefunden, die vor etlichen Jahren von den Eltern der jetzigen Besitzerin, einer Belgierin,  peu à peu gestaltet und seit etwa 25 Jahren für Besucher geöffnet wurde. Die Dame saß vor der Tür, spricht 5,6 Sprachen und freut sich über jeden, der kommt. Eintrittsgeld wird auch erhoben, ein kleines Café ist eingebunden, und der Gesamteindruck ist einfach paradiesisch.

 

Am Nachmittag dann wieder zum Playa Jardin, die rote Fahne warnte vor der Brandung, aber das Bad war unvermeidlich, schon allein wegen des Umstandes, dass eine Woche später ein solches Angebot nicht mehr vorhanden sein würde.

20.12.2013

Die Tage zerfließen. Es bleiben nicht mehr viele, für uns, hier in Teneriffa. Dabei wird man gerade erst heimisch, kennt Leute, Gäste und Personal des Hauses. Wie machen das nur die 1Wochen-Besucher? Heute morgen wieder unser Tennis-Doppel-1, also unseren Tennis-Dreier gespielt. Trotz Nieselregen am Morgen konnten wir spielen, und es hat Spaß gemacht. Tennis-People verstehen sich meistens gut. Danach noch ein kleines Bier trinken, über Gott und die Welt sprechen. Ein Partner kommt aus dem Kärtnerland, der andere aus Süddeutschland. Da gibt es genug Gesprächsstoff. Danach wieder runter an den Strand. Viel Zeit bleibt nicht dafür, aber es reicht, um dort  den Atlantik zu genießen und dann zum Bus zu spazieren, der auf der anderen, der östlichen Seite von Puerto jeden Abend um 17.15 Uhr auf uns wartet und uns heimbringt. Sehr praktisch, denn der Adlerhorst ist oben am Berg, und runter läuft es sich leichter. Dann noch mit dem Tennispartner aus Süddeutschland in Einkaufszentrum, genau gegenüber von Las Aguilas, aber dazwischen liegt die Autobahn. Das Weihnachtsfest naht, und der Gabentisch ist noch nicht komplett. Und wir sind nicht die Einzigen, denen es so geht. Interessant das Kassensystem, kaum noch klassisch mit Personal, sondern überwiegend Automaten-Cash mit Scanner und allen Zahlungsmöglichkeiten. Wir werden bald eine reine Selbstbedienungsgesellschaft werden. Das Know-How muss allerdings noch vermittelt werden. Wahrscheinlich gibt es dann einen neuen Beruf, den des Kassenhelfers, so wie am Flughafen, wo man den Computer-Check-In mit Hilfspersonal unterstützt - so gesehen in Melbourne.

21.12.2013

Wieder ein strahlender Tag. Obwohl es doch merklich kühler geworden ist gegenüber den ersten Tagen hier, 20Grad werden immer erreicht am Tag, es sei denn, man fährt zum Teide hoch so wie wir, diesmal in Begleitung von Thomas. Trotz des guten Wetters oben keine Gondel, die nach oben fährt. Der Grund: Starker Wind. Aber wir wollen ja auch gar nicht hoch, sondern die Nationalpark-Strecke zu Ende fahren, um  über Villaflor (Lunchtime) und San Isidro auf die Südautobahn zu gelangen. Sehr eindrucksvoll die Kraterlandschaft, ,

 und die Serpentinen nehmen  auch kein Ende.  Unten angekommen, steuern wir zum 2. Mal den Puerto de Abona an, wir hatten ihn noch in guter Erinnerung.  Und wirklich, wir wurden nicht enttäuscht. Wir trafen

 einen gesprächigen "Residente", der uns über den Immobilienmarkt in dem Ort aufklärte und die Vorzüge hervorhob. Da kann man glatt schwach werden.

22.12.2013

Morgens Tennis, mittags Lunch und danach wieder runter in die Stadt, ohne Ziel. Trafen 1-Urlaubs-Wochen-Schwaben, die ein Geburtstagsgeschenk abreisten und schon alles gesehen hatten, was im Angebot ist. Es geht also auch kürzer. Aber für uns wird die Zeit jetzt auch immer kürzer, ich weiß noch gar nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Das Publikum hier im Hotel hat sich radikal verändert. Die Weihnachtstouristen sind angekommen, mit Kind und Kegel, die Frühbucher mit Zeit verschwinden so allmählich, es ist rappelvoll, das Buffet-Gewusel hat zugenommen. Die Mietwagen sind ausgebucht - es ist wohl doch ganz gut, dass auch unsere Zeit zu Ende geht.

23.12.2013

Die Sonne scheint, wie gewohnt, aber es ist doch kühl geworden. Kühl heißt hier: mittags 20 Grad, so etwa wird auch die Meertemperatur sein. Also kein Grund, nicht ins Wasser zu gehen, aber heute haben wir uns doch entschlossen, den Loro-Park zu besuchen. Er liegt gleich neben dem Playa Jardin und wird immer stark besucht, die zahlreichen Busse auf dem Parkplatz geben ein Zeugnis davon. Wir, zu Fuß wie meistens, haben keine Parkprobleme. Und erreichen um 13.00 Uhr das Gelände. Eintritt 32 €, das hatte uns bisher abgeschreckt. Aber heute soll es doch sein. Hier findet man ein Menge exotischer Tiere, alle haben hier einen Gratis-Ferienplatz, bezahlen mit ihrer Anwesenheit. Papageien, Goldfische, eine Gorilla-Familie, die mir Leid getan hat, sogar ein weißer Tiger, der nicht minder. Schön die Orkas und Delphine, die in großen Stadien präsentiert werden. Mit Musik. Wann hat man schon Tango-tanzende Delphine gesehen. Aber es gab sie. Und gewaltige Sprungleistungen dieser Tiere auf Kommando.  Und die Pinguinkolonie -indoor- auf künstlichen Eislandschaften. In grölßeren Gruppen standen sie so vor sich hin, oder tauchten ins Wasser, oder versuchten, die glatten Felsen zu erklimmen.

Ob es ihnen bewusst war, dass ihre Eltern wahrscheinlich andere Jagdgründe hatten? Die Betreiber werben mit Artenschutz und längeren Lebenszeiten der Tiere in den Parks. Und werfen sich ein grünes Mäntelchen um. Egal. Nach 3 Stunden hatten wir genug gesehen, waren nicht unzufrieden. Ein Bier am Playa Jardin komplettierte den Tag, wahrscheinlich der letzte Besuch in diesem Jahr. Morgen noch 1 Tag - Heiligabend.

24.12.2013

Der Weihnachtsmann scheint Sonnenschein zu lieben, jedenfalls auf Teneriffa. Strahlend blauer Himmel am Morgen. Wir bringen den Mietwagen zurück, danach über La Paz runter an den Strand. Heute soll es passieren: Das erste Bad im Meer am Heiligabend. Und ich wage es tatsächlich. Es sind nicht viele Leute im Wasser, eigentlich nur 1 Schwimmer - ich - und die Surfer. Und die rote Flagge weht wieder, wegen der Strömung. Mit Recht. Ein Angler scheucht mich aus dem Wasser, nachdem ich all zu weit in die Strömung hineingeraten war. Man hat wirklich keine Chance, hier, mitten im Atlantik, kurz vor Kuba. Zurück über den Zaubergarten, Kaffee und Kuchen, und Vino blanco. Ein Telefonat mit Freemantle klappt hervorragend mit Hilfe von Skype. Wirklich ein gelungener Tag. Auch abends. Koffer packen, dann ein festliches Abendessen, organisiert von Hans Hugo, unserem Küchenmeister aus Hamburg, der seine Sache verstand. Die Bescherung hatten wir da schon hinter uns. Heiligabend mal anders. Wir werden ihn nicht vergessen.

 

25.12.2013

Abreisetag. Schon morgens um 7.30 Uhr kommt die Bus, wir sind die Ersten, danach klappern wir alle Hotels ab, die vom Reiseveranstalter bedient werden. Schön, so eine Stadtrundfahrt durch Puerto, noch mal die Plätze sehen, die man gemocht hat. Aber dann ab auf die Autobahn, 1 Std. zum Flughafen Sud, das wissen wir schon . Und der Abflug pünktlich, der Teide zum - vorläufig - letzen Mal im Blick: