Eine kleine Kreuss-Saga


Es war im Jahre 91,
ich weiß es  noch genau,
als ein Kind den Vater suchte -
und die Bundespost verfluchte.

Diese hatte - kostenpflichtig -
den neuen Wohnort mitgeteilt,
nachdem ein Brief das Ziel verfehlte,
der in Bochum ward verteilt.

Holzhausen hieß der neue Ort,
so wurde es berichtet.
Die Kartenlage war prekär -
 Holzhausen gab´s wie Sand am Meer.


 So gab ich erste Hoffnung auf,
die Zeit würd´ es wohl richten.
Wenn´s Schicksal will, dann wird was draus,
wenn nicht, müsst ich verzichten.

Vier Jahre später war´s  soweit,
dem Internet sei Dank.
Ich googelte den Namen Kreuss,
Schon kam es aus der Datenbank:

27 Namen, Städte,
Telefone, auf dem Schirm,
Berlin und Dresden, Kaiserslautern,
Düsseldorf gleich doppelt da,
Berlin und Velbert, Rothenburg,
ein Psycholog´ in Schopp sogar.

Was war jetzt richtig? Mutter fragen,
wie hieß denn nur die Frau vom Fred,
sie wusst´ es noch und sagte: Traudl.
Wie es im Leben halt so geht.

Schon rief ich an bei Edeltraut,
in Düsseldorf, Duisburger Straße,
Ein Mann nahm ab und sagte „ Kreuss“,
Spannung über alle  Maße.

Ich suche  einen Alfred Kreuss,
begann ich leicht beklommen,
das war mein Vater, sagte er.
So war ich angekommen.
 ´s war meiner auch, gab ich zurück.
So sind wir wohl verwandt.
Erzähl mir schnell, wen´s noch so gibt
bei euch im Kreussen-Land.

 Nun war vorbei  das lange Suchen,
bei Ingrid gab´s den ersten Kuchen,
Auch Gudrun war ganz scharf auf Klaus,
und kam ganz schnell in unser Haus.
Brigitte, Manfred lernt´ ich kennen,
und alle, die da noch dran hängen

Und Leipzig wurde Vaterstadt,
Das macht den  stolz, der sowas hat.
Familientreffen seit der Zeit,
es waren alle gern bereit.

Der Nachwuchs ist gut aufgestellt
und füllt die Lücken, wenn was fehlt.
So wünsche ich dem ganzen Clan,
macht weiter so, bleibt fleißig dran,

Familie ist ein hohes Gut.
Nehmt alle mit, auch die im Schatten.
Gut ist, wer and´ren Gutes tut.
Gemessen wird man an den Taten.
 
Ladbergen, Juni 2015