Jahrestage

 

Die Jahrestage zieh'n vorbei,

wir pflegen sie zu zählen,

die frühen waren heiß ersehnt -

die späten können quälen.


 

Die Kunst ist es, zu jeder Zeit,

das Zeitgerechte leben.

Mal ganz asketisch, wie ein Mönch,

mal kräftig einen heben.


 

Ihr seid noch immer voller Leben,

was wir so hören, was man sieht,

bewundernd nehmen wir zur Kenntnis,

wie ihr dem Alter keck entflieht.

 

Die Jahrestage zieh'n vorbei,

wir ahnen schon das Ende.

Das Licht am Horizont wird hell,

drum falten wir die Hände.