Unter den Palmen von Exmouth

 sitzen wir - nach einem Flug gen Norden, vom herbstlichen, märzlichen Perth. Beinahe - ins heiße Outback. 42 Grad schlagen uns bei der Ankunft entgegen, dazu ein Wind, der atemlos macht - und etwas mutlos. Doch der Nissan ist klimatisiert und fast neu. Er bringt uns ins Potshot Hotel.

Wo wir jetzt sitzen, unter den Palmen von Exmouth, nach einem Tag am Beach, am Beach Turquoise, am Riff, smaragdgrün, peewarm, Schorchelparadies, strömungsgefährlich, schattenlos. Der Ningaloo Reef, nicht mehr ganz unbekannt, Ziel der Walhaie, Ziel der Touristen. Mit vielen Zugängen, und jeder ist anders. Aber der Ozean ist immer der gleiche. Viele Tausend Kilometer lang, die West Coast von Australien. Je nördlicher, je wilder, je nördlicher, je heißer.

Hier ist es schon ganz schön heiß - in Exmouth, unter den Palmen - wo wir wieder sitzen, immer abends beim Dinner. Ein weiterer Beach-Tag, diesmal mit Schnorchelausrüstung, am Riff. Eine andere Welt, nur wenige Dezimeter unter der Wasseroberfläche wird diniert - Korallen sind lecker, und alle werden satt: Fische klein und groß, bunt und blass, scheue Krebse, nur der Eindringling nicht. Der Anblick ist zu schön, Schwärme von Fischen in leuchtenden Neo-Farben, zum satt sehen.

Auf dem Rückweg dann, es dämmerte schon, ein Stoss, ein Knall, ein Schrei der Fahrerin: Ich glaube, es war ein Känguru. Am Wagen, keine Spur, fast keine. Wir sind bedrückt, keine Lust auf Sitzen, unter den Palmen von Exmouth.

Am nächsten Tag dann, Coral Bay, 150 km entfernt, in Australien ein Katzensprung. Karibik-Flair, Taucherparadies, upcoming Town. Noch leer, aber Ostern ausgebucht. Zu spät für das Glasbodenschiff. Dafür ein leckerer Flat White.

Heute früh aufstehen. Abholen um 1/2 8 Uhr. Wir sind 15 Personen, dazu die Crew. Rauf auf´s Schiff, hin zum Riff, zum Ningaloo Reef. Schwimmen mit den Whalesharks, den größten Meeresbewohnern überhaupt, werden ca. 14 m lang und sind der Himmel sei´s Dank, Vegetarier. Sie kommen immer im März, April zum Riff, um an den  blühenden Korallen zu naschen. Wenn man Glück hat, sieht man sie beim Auftauchen. Und wir hatten Glück. Immer, wenn einer auftauchte, rein ins Wasser, und wenn sie so vorbei gleiten, die anmutigen Riesen, die gentle giants, kriegt man Ehrfurcht vor der Schöpfung, und auch ein bisschen Angst. Abends platt - keine Dinner unter den Palmen von Exmouth!

Der neue Tag kommt planlos, aber nicht inhaltslos. Lighthouse Visit, Turtlestrand, Wreck - Viewing. Immer sind die Objekte mit Schildern dokumentiert, manchmal auch mit Poesie. Historische Hinweise sind immer präsent, besonders, wenn es um die Ureinwohner geht - vorbildlich. Zwischendurch ein Bad im Meer. Das machte auch ein ehemaliger Ministerpräsident namens Hurt - er badete und ward nie wieder gesehen, allerdings an der Südküste Australiens bei Melbourne. Eine große amerikanische Militäranlage trägt seinen Namen.Abends wieder im Resort: Tortellini mit Lachsscheiben - unter den Palmen von Exmouth.

Letzter Tag - was tun? Kauf einer guten Taucherbrille mit Schnorchel, ab zum besten Schnorchel-Beach, dem Beach Oyster stables. Diesmal gut ausgerüstet. Ab geht´s. Sand und Felsen, vor allem - das Korallenriff, umschwärmt von Fischen, klein und groß, bunt und blass. Wieder alle beim Lunch. Nur einige verstecken sich in den Aushöhlungen des Riffs, des Ningaloo Riffs. Und danach noch mal zum Turkoise Beach, wegen seiner Schönheit. Starke Strömung, von links nach rechts, von Süd nach Nord. Deshalb nach Süden wandern und treiben lassen über die Korallen-Spots, und nicht genug bekommen können, von den Schönheiten des Indischen Ozeans. Doch um 4 p.m. ist der Akku leer, wir kehre3n heim, zu den Palmen von Exmouth, denen wir am nächsten Morgen Adieu sagen. Für immer? Vielleicht. Obwohl es noch viel zu sehen gäbe, unter und über Wasser: Haie und kleine Fische, Turtles und Seeschlangen, Wale und anderes Getier. Wir werden sehen. Der Flieger nach Perth ist im Anflug, und wir, gedanklich, schon woanders.

März 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

08.01.2015